Blogger,  Bücher

Zeit für einen Abschied

Die Entscheidung fiel mir wirklich nicht leicht und anfangs standen mir auch noch ein paar Alternativen zur Wahl, aber ich glaube, mit dieser wird es mir am Besten gehen:
Ich schließe diesen Blog.

Schon seit ich im Mai zu einer eigenen Domain umgezogen bin (und eigentlich schon kurz davor), habe ich gemerkt, dass so nach und nach die Luft raus ist. Das Bloggen hat tatsächlich so ein bisschen seinen Reiz verloren und ist von einem angenehmen Hobby in den letzten Monaten schon fast zu einer Art „Bürde“ geworden.
„Du musst mal wieder was posten.“
„Du musst mal wieder lesen.“
„Schreib doch endlich mal die Rezension.“
„Poste endlich mal wieder was auf Facebook.“
Ich konnte mir noch so oft sagen, dass es okay ist, in meinem eigenen Tempo zu bloggen. Und das ist es ja auch, ich muss mich mit niemandem vergleichen, ich muss niemandem etwas beweisen und ich hab aus Spaß damit begonnen. Und trotzdem sitzen mir Sätze wie diese im Nacken und stressen mich. Ich hab mit der Ausbildung einfach nicht mehr so viel Zeit wie früher, als ich ja quasi noch nichts gemacht hab.

Als ich im Februar 2016 fast schon durch Zufall in die Bloggerwelt gerutscht bin, war ich begeistert. So viele buchbegeisterte Menschen und schreiben tun die ja auch noch! Ja, es war wirklich perfekt. Viele Menschen, die meine liebsten Hobbys mit mir teilten, lesen und schreiben. Ich eröffnete also meinen Blog auf Blogspot, damals noch unter dem Namen Caras Bookish Paradise. Heute finde ich den Namen doch recht „kindisch“, dabei bin ich nur knapp 3 Jahre älter als damals.
Zwischenzeitlich hat es mich dann zu WordPress gezogen. Ich war mit Blogspot einfach nicht so zufrieden, fand mein Design nicht schön. Den Namen übrigens auch nicht, aber weil ich genau dann unkreativ bin, wenn ich es nicht brauchen kann, wurde bloß aus Cara Raven. Ich mochte den Namen, fand den Klang schön, und Raben ja auch. Hat also gepasst.
Dieses Jahr auf WordPress war wirklich das liebste meiner Bloggerzeit. Es gab Interaktionen, wenn auch manchmal nur Likes, aber ich wusste, da draußen sind Menschen, die lesen mein sinnloses Gefangirle über Bücher und die finden manche vielleicht genauso doof wie ich.

Dann kam die DSGVO … Dieses ganze Hin und Her und all die Ge- und Verbote haben mich anfangs recht wenig interessiert, bis der Stichtag immer näher rückte. Schon das hat mir dann so ein bisschen aufs Gemüt geschlagen und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion gab es dann den Umzug auf die eigene Domain. Aufgrund von keine Ahnung und weiß ich nicht besser war das ziemlich kompliziert und ich hab es fast ein Jahr später immer noch nicht geschafft, alle Beiträge wieder anständig hochzuladen, daher sieht es hier auch noch so mau aus.
Zwar hat mir Klaudi sehr unter die Arme gegriffen und mir auch jedes meiner zauberhaften Banner gestaltet, aber so ganz bin ich nie hier angekommen. Im Gegensatz zu WordPress fühle ich mich hier (immer noch nicht) wie zu Hause, falls man das bei einem Blog so nennen kann.

Dazu kam dann die neu begonnene Ausbildung vor über einem Jahr, das eigene Buch, das (leider) endlich einen Verlagsvertrag gefunden hat und mich auch schon jegliche Nerven gekostet und mir etliche Heul-Momente beschert hat (es waren keine Freudentränen!), immer wieder kleiner Ärger mit dem Laptop, ein privater Umzug und und und …
Alles in allem eine doch recht stressige Zeit, in der auch der Blog eben ziemlich vernachlässigt wurde, weil ich schlichtweg keine Lust mehr hatte, mich an den Blog zu setzen und eine Rezension zu schreiben. Es kostet mich auch immer noch verdammt viel Mühe, ein Buch in die Hand zu nehmen und zu lesen. Ich war schon Leseratte seit ich klein bin, aber jetztbin ich doch tatsächlich an einem Punkt angekommen, von dem ich nie gedacht hätte, dass er mal kommen würde: Ich greife fast eher abends auf Netflix zurück und weiß nicht, ob ich das Lesen überhaupt noch als aktives Hobby aufführen kann, genau wie das Schreiben. Da sind so viele Ideen – Ideen, die ich teilweise auch wirklich liebe – und trotzdem schreibe ich kaum noch. Das epische Schreibhaus neulich war genial, aber ich fürchte, ich hab die Motivation dort vergessen, hoffentlich hat sie sich jemand anderes geschnappt.

Wenn mich jetzt Leute fragen, was ich so in meiner Freizeit mache, weiß ich gar nicht so genau, was ich antworten soll. Lesen, schreiben, bloggen trifft einfach nicht mehr zu.

Vielleicht werde ich bei Klaudia mit in den Blog HerzdeinBuch einsteigen, dort hin und wieder Rezensionen oder Booktalks posten, aber so genau ist das noch nicht geplant.
Fest steht allerdings:
Ausstehende Rezensionsexemplare werden auf jeden Fall noch rezensiert und auch die geplante Aktion zu Räuber Hotzenplotz findet noch statt. Zum Ende des Jahres werde ich den Blog allerdings offline stellen. 2019 wird es Ravens Bookish Paradise also nicht mehr geben. Ebenso wenig die zugehörige FB-Seite. Denn ja, auch Facebook kann ziemlich stressen manchmal, und ich merke, dass mir das auf Dauer in dem Maß nicht mehr guttut. Instagram jedoch bleibt erhalten.

Ich hoffe sehr, ich werde mit dieser Entscheidung glücklich und wünsche euch noch viele tolle Blogbeiträge zu Stöbern auf all den anderen tollen Buchblogs da draußen.

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