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Was Bryan Adams, Hans Zimmer und PUR gemeinsam haben | Kindheit unter der Lupe

Der Schrei eines Adlers.
Pferde, die durch die weite Prärie galoppieren.
Der Ruf eines Indianders.

Das sind nur drei von gefühlt tausenden Dingen, die mir in den Sinn kommen, wenn ich an Spirit denke. Früher auf deutsch, mittlerweile seit Jahren auf Englisch (wie die meisten Filme): Spirit ist und bleibt ein Filmhighlight und bedeutet für mich ein großes Stück Kindheit. Ich liebe diesen Film.

„Mama, Pferde!“

Oh ja, als kleines Mädchen war das wohl definitiv der Hauptgrund, warum ich den Film damals unbedingt eine Millionen mal sehen wollte. Ich war total pferdeverrückt.
Spirit ist einer der schönsten Pferdefilme mit einer so bewegenden und berührenden Geschichte, die mich jedes mal aufs neue fast zum Weinen bringt.

Wenn Pferde plötzlich ihre Augenbrauen heben …

Wer sich ein Pferd mal genauer angesehen hat, sieht, dass sie eigentlich nicht direkt Augenbrauen haben wie wir Menschen. Wenn man sich dann jedoch Spirit ansieht … Ihr wisst, worauf ich hinaus will.

Aber dieses kleine Detail ist es, was den Film mit den liebevollen Animationen so emotional macht. Es wird kaum gesprochen, auch wenn Matt Damon uns in der Rolle von Spirit mit seiner Stimme beglückt. Es wird nur erzählt. Hintergrundgeschichte. Außer zwischen den Menschen (oder mal einer einseitigen Konversation zwischen Mensch und Pferd) wird in diesem Film kaum gesprochen, denn im Gegensatz zu manch anderen Zeichentrickfilmen können die Tiere hier nicht sprechen. Also musste ein anderer Weg der Kommunikation her. Und was eignet sich da besser als Mimik und Filmmusik.

Alle Konversation unter Spirit & Co. werden fast ausschließlich wortlos abgehalten und trotzdem kann man alles verstehen und die Emotionen kommen wunderbar beim Zuschauer an. Wenn Spirit plötzlich wie ein Mensch mit den Augen rollt oder einfach nur „genervt“ eine Braue hebt, sind auch amüsierte Lacher vor dem Bildschirm garantiert.

Was Bryan Adams, Hans Zimmer und PUR gemeinsam haben

Sie sind schuld an der megaschönen Filmmusik.
Normalerweise gefallen mir die Lieder immer in einer Sprache am besten. Aber bei Spirit kann ich mich beim besten Willen nicht entscheiden. Auf Deutsch, Englisch, die rein instrumentalen Themen, ganz egal. Ich höre alles. Rauf und runter und in Dauerschleife.
Hans Zimmer ist für mich einer der besten, wenn es um Filmmusik geht. Sie holt ab, nimmt mit und lässt nicht mehr los. Gerade in Spirit gibt es so viele schöne Instrumental-Themen während des Films, die sich auch wunderbar darauf verstehen, Emotionen an den Zuschauer zu vermitteln.

PUR war schon in der Grundschule „Teil meines Lebens“. Während andere Tokio Hotel oder weiß der Geier was als Lieblingssänger(in)/-band ins Freundebuch schrieben, stand bei mir immer PUR. Meine Eltern haben das zu Hause gehört und mich damit angesteckt. Dass PUR die deutschen Lieder aus Spirit singen hat das nicht unbedingt besser gemacht. Ich kann die Texte heute noch auswendig.

Bryan Adams als Lieblingskünstler meiner Mama war auch so ein Wohnzimmerkandidat. Und seien wir mal ehrlich… Diese Wahnsinns-Stimme! Einfach göttlich! So klingt, finde ich, kein Zweiter. Und für den Pferdefilm in der Cimarron-Wüste passt sie einfach wundervoll.

Außerdem sind die Liedtexte wunderschön und so bewegend. In beiden Sprachen. Und wie schon gesagt: Auswendig kann ich sie alle. Führt allerdings manchmal zu Verwirrung in meinem Kopf, wenn ich plötzlich anfange, sie beim Mitsingen zu vermischen.

Wer ist eigentlich der Bösewicht?

Der Mensch! Ganz klar. Oder auch nicht?
Ist euch mal aufgefallen, die Soldaten tragen alle blau. Kein Evil-Green, wie in den meisten anderen Kinderfilmen. Sie sind äußerlich nicht entstellt, sondern sehen ganz normal aus. Jung, alt, mit Bart, ohne Bart. Und der Colonel ist ausnahmsweise nicht komplett unfähig und tollpatschig. Der kann reiten. Und wie der reiten kann. Und die Menschen gehen auch überhaupt nicht schlecht mit den Pferden um, da muss man nur an die eine Zugszene denken, als Spirit & Co. verladen werden.
Bösewichte mal erfrischend anders.

Denn eigentlich sind die Menschen ja auch gar nicht böse. Die Indianer ja sowieso nicht, das steht ja nicht zur Debatte. Aber auch die Menschen tun das, was sie eben damals getan haben. Das Eisenbahnnetz ausbauen, sehr böse. Pferde als Arbeitstiere nutzen, wie gemein. Aus Sicht der Pferde schon. Und würden wir den Film nicht aus Spirits Sicht sehen, käme keiner auf den Gedanken, sie könnten die Bösewichte sein.

Es ist einfach herrlich erfrischend, dass es eben mal nicht ausschließlich Schwarz und Weiß gibt.

Und wem das noch nicht reicht:

Schaltet die Englischen Untertitel der Hörfilmfassung ein.

So viele Adjektive lernt man nirgends sonst. Es ist urkomisch in wie vielen Gefühlslagen Pferde wiehern und schnauben und prusten können.

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