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Warum ich eigentlich blogge …

Oder: Wenn Leidenschaft zum Werbemittel wird

Gleich vorneweg: Diesen Beitrag wollte ich schon lang mal schreiben, aber dass ich mich jetzt endlich drangesetzt hab, hat zwei Gründe. Beziehungsweise es gibt zwei Posts von zwei Bloggerkolleginnen, die über ein ähnliches Thema geschrieben haben. Zum einen war das Klaudia von HerzdeinBuch mit dem etwas älteren Post „Lieber Blogger, teil doch mal-“ – „Nein.“ und zum anderen Kerstin von Booknerds by Kerstin Bin ich noch Leser aus Leidenschaft oder bin ich eine Werbefläche.

Als Bloggerin bin ich viel im Social Media Network unterwegs und auch auf Facebook in einigen Bloggergruppen vertreten. Wieso auch nicht? In einer Bloggergruppe tauscht man sich untereinander mit den anderen Verlags-/Autorenbloggern und die Bücher aus, man plant gemeinsame Aktionen zu ihnen, fragt Rezensionsexemplare an, teilt auch mal einen Link … So weit zumindest meine Vorstellung einer guten Bloggergruppe.

Leider habe ich das Gefühl, dass diese Art von Zusammenarbeit in einer Bloggergruppe fast schon zur Seltenheit geworden ist. Ich will nicht jeden Tag zig Benachrichtigungen haben à la „Teilt das doch mal …“

Ja, ein Blog ist eine Werbefläche

Eine kostenlose sogar in den meisten Fällen, wenn man von herausgegebenen Rezensionsexemplaren mal absieht. Aber das heißt nicht, dass ein Blogger alles teilen und präsentieren muss.

Ich weiß nicht, wie es den anderen geht, aber ich persönlich blogge, weil ich den Austausch über Bücher und den Kontakt mit Autoren und Verlagen liebe. Lesen ist eine Leidenschaft gewesen und eigentlich ist es das immer noch. Ich finde es toll, neue Bücher vorzustellen oder über gelesene Bücher zu fangirlen oder auch mal einen Autor zu interviewen.
Aber ich teile nicht alles.

Wenn mich ein Buch nicht interessiert, behalte ich mir vor, es nicht zu lesen. Wenn mir ein Buch nicht gefallen hat, fällt die Rezension auch mal weniger gut aus oder ich breche es ganz ab. Damit müssen sowohl Verlage sowohl bei mir als auch bei vielen anderen Bloggern rechnen. Denn die meisten von uns (Ausnahmen gibt es immer) lesen, weil sie selbst es wollen. Und ob man es glaubt oder nicht, aber Lesen und Blogarbeit kosten tatsächlich viel Zeit, wenn man mit ganzem Herzen dahintersteht.

Posten ohne Content?

Ich finde, Inhalt ist das, was auch die Posts im Social Media Network ausmachen sollte. Auf Dauer ist es doch ein wenig nervig, wenn Blogger fast ausschließlich Content von anderen teilen (mal abgesehen davon, dass die Reichweite geteilter Posts nahezu unterirdisch ist in den meisten Fällen). Besonders, wenn dann viele Blogger denselben Post teilen, weil sie alle der Aufforderung in einer Bloggergruppe nachgekommen sind. Am besten dann auch noch ohne Kommentar.
Leute, ich will den selben Post nicht fünfzig mal sehen in meiner Timeline. Klar, ich könnte solchen Blogs einfach entfolgen, aber das ist ja irgendwo auch nicht die Lösung, immerhin folge ich den meisten Seiten doch aus guten Gründen.

Aber zurück zum eigentlichen Thema und dem Grund, wieso ich wirklich nur äußerst ungern Beiträge teile bzw. warum ich keinen Sinn darin sehe, mich dem Verlag so als kostenloses Marketingobjekt zur Verfügung zu stellen.

In meinen Augen erreicht man doch nur die meisten Leute, wenn man etwas interessant präsentieren kann. Aus genau diesem Grund bringe ich auch immer mal wieder Abwechslung in meinen Blog. Wenn Menschen immer nur dasselbe lesen oder sehen werden sie schnell zum Gewohnheitstier und überlesen einfach oder sie reagieren genervt. Beides ist nicht sonderlich im Sinne des Werbungmachenden. Den beide Reaktionen führen nicht unbedingt zum gewünschten Ergebnis. Außer man will die Aufmerksamkeit um jeden Preis.

Mich persönlich spricht es viel mehr an, wenn Blogger ihre eigenen Posts schreiben. Klar, das ist aufwändiger, teilen geht viel schneller. Wie aber oben bereits gesagt – und da spreche ich jetzt mal nur für mich und die Handvoll Blogger, mit denen ich mich schon über solche Dinge unterhalten habe, mag sein, dass andere Zahlen da durchaus abweichen – ist die Reichweite geteilter Posts zum aufs Brot buttern.
Was also bringt es einem Verlag, der gesehen werden will, eine so geringe Reichweite im Gegesatz zu selbstverfassten Posts? Denkt man da nach dem Prinzip „Die Masse gleicht das wieder aus“?

Liebe Verlage und Autoren,

gebt uns Bloggern Stoff zum Arbeiten. Man kann andere Menschen nur mit Begeisterung richtig begeistern. Nutzt eure Bloggergruppen für exklusive Einblicke oder Aktionen (wenn euch so was schon möglich ist), lasst daraus selbst etwas machen ohne Teil-Drang oder -Zwang. Ihr könntet viel mehr erreichen.
Denkt immer dran, wir bloggen alle freiwillig für euch und tun das gern.
Und bitte, bitte, postet nicht gleichzeitig in 30 verschiedene Gruppen, das führt bei den meisten auch zur oben genannten Gereiztheit.

Das Wort zum Abschluss

Dieser Post zeigt meine persönliche Meinung und meine persönlichen Erfahrungen, die ich schon mit Bloggergruppen etc. gemacht habe. Ich bin gern Blogger und liebe die Zusammenarbeit mit den meisten Verlagen/Autoren, sonst hätte ich schon längst damit aufgehört. Aber auch wenn ich weiß, dass Blogs ein Werbemittel sind, arbeite ich immer noch freiwillig an meinem. Und ich würde gern weiterhin mit Leidenschaft bloggen und nicht weil andere mir vorschreiben, was ich posten und teilen soll.

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